Dating: Woran du erkennst, dass jemand noch nicht frei ist

Ist jemand wirklich frei für eine Beziehung – oder nur scheinbar verfügbar?

Neulich erzählte mir jemand etwas, das mich tatsächlich kurz sprachlos gemacht hat.

Es gibt inzwischen sogenannte „Affären-Coaches“.

Also Coaches, die Menschen dabei unterstützen, einen verheirateten Partner aus seiner bestehenden Beziehung herauszulösen, um ihn ganz für sich zu gewinnen.

Als ich davon hörte, ist mir ehrlich gesagt erst einmal die Kinnlade heruntergefallen.

Nicht, weil Beziehungen kompliziert sind – das sind sie schon immer gewesen. Und auch nicht, weil Menschen sich manchmal in Situationen wiederfinden, die sie selbst nicht geplant haben. Gefühle lassen sich schließlich nicht immer kontrollieren.

Was mich irritiert hat, war etwas anderes:

Die Idee, dass man strategisch lernen kann, einen Menschen aus einer bestehenden Beziehung herauszulösen, als wäre das ein Coaching-Projekt wie jedes andere.

Ich kann sehr gut verstehen, wenn Menschen, die in eine Affäre geraten sind, Unterstützung suchen. Viele sind emotional völlig überfordert, fühlen sich hin- und hergerissen zwischen Sehnsucht, Schuldgefühlen und Hoffnung. Ein Coaching, das Menschen hilft, aus solchen Verstrickungen wieder herauszufinden, halte ich durchaus für sinnvoll.

Was mich jedoch nachdenklich macht, ist eine andere Perspektive.

Wenn Coaching dazu genutzt wird, gezielt dabei zu helfen, einen Menschen aus einer bestehenden Partnerschaft herauszulösen. Denn dabei gerät leicht etwas aus dem Blick, was im Therapieraum sehr deutlich wird:

Eine Affäre betrifft niemals nur zwei Menschen.

Es gibt immer mindestens einen dritten Menschen, der davon nichts weiß – oder der irgendwann mit voller Wucht mit den Konsequenzen konfrontiert wird. Und genau diese Situation sehe ich in meiner Praxis erstaunlich häufig. In letzter Zeit sitzen bei mir auffällig viele Menschen im Therapieraum, bei denen eine Affäre eine Rolle spielt. Manche sind mitten in einer solchen Situation. Andere haben gerade erfahren, dass ihr Partner eine Affäre hatte. Wieder andere spüren, dass sie selbst emotional in etwas hineingeraten sind, das ihnen plötzlich über den Kopf wächst.

Manchmal frage ich mich selbst:

Ist das wirklich so häufig – oder sehe ich es nur deshalb so oft, weil Menschen erst dann Hilfe suchen, wenn der Schmerz bereits sehr groß geworden ist?

Diese Frage hat mich neugierig gemacht.

Und deshalb habe ich begonnen, mir die Zahlen etwas genauer anzusehen.

Wie häufig sind Affären wirklich?

Untreue ist ein Thema, über das Menschen nicht immer ehrlich sprechen. Deshalb schwanken die Zahlen in Studien teilweise stark. Trotzdem zeigen verschiedene Untersuchungen ein relativ ähnliches Bild.

Mehrere große Befragungen in Deutschland und Europa kommen zu dem Ergebnis, dass:

  • etwa 20 bis 25 Prozent der Männer
  • etwa 15 bis 20 Prozent der Frauen

im Laufe ihres Lebens mindestens einmal in einer festen Beziehung fremdgegangen sind.

Das bedeutet nicht, dass Affären die Regel sind. Aber sie sind auch kein seltenes Phänomen.

Interessant ist jedoch ein anderer Wert. Wenn man Menschen fragt, ob sie aktuell eine Affäre führen, liegen die Zahlen deutlich niedriger. Schätzungen bewegen sich meist zwischen 3 und 6 Prozent der Erwachsenen.

Mit anderen Worten:

In einer Gruppe von 100 Menschen könnten statistisch gesehen drei bis sechs Personen gleichzeitig in einer Affäre sein. Das ist deutlich weniger, als man manchmal denkt – aber genug, um zu erklären, warum viele Menschen irgendwann im Leben mit diesem Thema konfrontiert werden.

Ein weiterer interessanter Aspekt zeigt sich beim Online-Dating.

Studien zeigen, dass etwa 30 Prozent der verheirateten Nutzer von Dating-Apps diese trotzdem verwenden. Nicht alle suchen aktiv eine Affäre. Manche sind neugierig, manche suchen Bestätigung, manche befinden sich bereits in einer Trennungssituation.

Trotzdem zeigt diese Zahl etwas Wichtiges:

Nicht jeder Mensch, der flirtet oder datet, ist tatsächlich frei.

Genau deshalb ist es so wichtig, nicht nur auf das Verhalten im Moment zu schauen, sondern auch auf das eigene innere Gefühl dabei.


Flirten gehört zum Leben – aber Freiheit auch

Das macht die Situation für viele Singles kompliziert. Flirten passiert schließlich überall.

Beim Tanzen. Beim Sport. Bei Veranstaltungen. Im Freundeskreis. Oder eben online.

Man begegnet sich, findet sich sympathisch, vielleicht entsteht ein erstes Gespräch. Man spürt eine gewisse Anziehung. Und plötzlich stellt sich eine Frage, die oft erst später auftaucht:

Ist dieser Mensch eigentlich wirklich frei für eine neue Beziehung?

Diese Frage ist oft schwerer zu beantworten, als man denkt.

Denn viele Menschen befinden sich nicht eindeutig in einer Beziehung – oder eindeutig außerhalb davon. Sie bewegen sich irgendwo dazwischen.


Die Wahrheit ist komplexer: Es gibt nicht nur „vergeben“ oder „frei“

In Gesprächen über Dating wird oft so getan, als gäbe es nur zwei Zustände:

 in einer Beziehung oder Single

In der Realität ist es deutlich komplexer. In meiner therapeutischen Arbeit begegnen mir immer wieder Menschen, die sich in Zwischenräumen befinden.
Und genau diese Zwischenräume sind es, die beim Kennenlernen so schwer zu greifen sind.

Ich würde sie heute nicht mehr nur in drei Kategorien einteilen, sondern in mehrere unterschiedlichen Konstellationen, die jeweils ihre eigene Dynamik haben.

Menschen, die noch aktiv in einer Beziehung sind

Die klassische Affären-Konstellation.

Eine der häufigsten – und gleichzeitig am schwersten zu erkennenden – Situationen im Dating ist die, dass ein Mensch noch in einer bestehenden Beziehung ist, auch wenn er sich nach außen anders zeigt.

Solche Konstellationen beginnen selten mit einer klaren Täuschung. Oft entsteht zunächst einfach eine Verbindung: ein gutes Gespräch, eine spürbare Anziehung, ein Gefühl von Leichtigkeit. Gerade in sozialen Kontexten wie beim Tanzen, bei Veranstaltungen oder im beruflichen Umfeld kann sich so etwas schnell entwickeln.

Was dabei leicht übersehen wird:
Diese Intensität entsteht oft nicht, weil alles so klar ist – sondern gerade, weil etwas im Verborgenen bleibt.

Für die Person, die neu in diese Situation hineingerät, fühlt sich das häufig besonders an: aufmerksam, nah, fast vertraut. Gleichzeitig fehlt jedoch ein entscheidender Teil – echte Verfügbarkeit im Alltag. Treffen sind begrenzt, Einblicke ins Leben bleiben oberflächlich, vieles wirkt unausgesprochen.

Das eigentliche Problem zeigt sich meist erst mit der Zeit.
Der Mensch, den man kennenlernt, bewegt sich innerlich zwischen zwei Welten: einer bestehenden Beziehung, die Sicherheit und Struktur bietet, und einer neuen Verbindung, die Lebendigkeit und emotionale Nähe ermöglicht.

Für dich als Gegenüber bedeutet das oft eine Situation, in der du dich unbewusst anpasst, wartest oder hoffst, ohne wirklich zu wissen, woran du bist.

Deshalb ist hier eine zentrale Frage:

Hat dieser Mensch tatsächlich Raum für eine neue Beziehung – oder entsteht diese Verbindung nur neben einer bestehenden?

Gerade im Dating ist es wichtig, solche Dynamiken früh zu erkennen.
Nicht, um vorschnell zu urteilen – sondern um sich selbst nicht in eine Situation zu bringen, in der man langfristig keinen klaren Platz hat.
Solche Dynamiken können sich über Zeit zu Mustern entwickeln, die emotional belastend werden.

Menschen, die „getrennt“ sind – aber nicht wirklich gegangen

Eine der häufigsten Situationen im Dating ist die Begegnung mit Menschen, die sagen, sie seien bereits getrennt – und gleichzeitig noch mitten in ihrer alten Beziehung stehen.

Sätze wie „Wir haben uns auseinandergelebt“, „Wir sind eigentlich schon getrennt“ oder „Da läuft schon lange nichts mehr“ klingen zunächst nach Klarheit. Und oft sind sie auch subjektiv ehrlich gemeint. Nur zeigt sich im Alltag ein anderes Bild: Man lebt noch zusammen, teilt weiterhin den Alltag und ist emotional – häufig sogar über Konflikte – noch eng miteinander verbunden.

Was hier passiert, ist weniger eine tatsächliche Trennung als vielmehr eine innere Erzählung davon. Der Schritt nach außen, also das wirkliche Gehen, ist noch nicht vollzogen.

Für dich im Dating kann das verwirrend sein, weil du auf jemanden triffst, der sich selbst als frei erlebt, es faktisch aber noch nicht ist. Die Verbindung kann sich durchaus echt anfühlen, gleichzeitig bleibt sie oft in einer Art Schwebezustand. Entscheidungen werden hinausgezögert, Verbindlichkeit bleibt unklar, und man hat das Gefühl, auf etwas zu warten, das noch gar nicht begonnen hat.

Gerade hier lohnt es sich, genau hinzuschauen:
Ist dieser Mensch wirklich in einem neuen Lebensabschnitt angekommen – oder befindet er sich noch mitten im Übergang?

Denn zwischen „emotional getrennt“ und „wirklich gegangen“ liegt oft ein entscheidender Unterschied.

Menschen, die wegen der Kinder bleiben

Eine besonders häufige und gleichzeitig sehr komplexe Situation im Dating sind Menschen, die sich innerlich längst aus ihrer Beziehung gelöst haben – und dennoch bleiben.

Der Grund dafür sind oft nicht mehr die Gefühle füreinander, sondern die gemeinsame Verantwortung. Für die Kinder, für das Familiensystem, für ein gewisses Maß an Stabilität, das man nicht leichtfertig aufgeben möchte.

Nach außen wird dann häufig vermittelt, dass die Beziehung eigentlich beendet ist. Innerlich mag sich das auch so anfühlen. Und trotzdem besteht der Alltag weiter: gemeinsame Routinen, Absprachen, ein geteiltes Leben, das nicht einfach aufgelöst werden kann.

Kinder verbinden nicht nur organisatorisch – sie binden auch emotional. Über Verantwortung, über Schuldgefühle, über die Angst, etwas zu zerstören oder den Kindern zu schaden. Diese Verbindung bleibt oft bestehen, selbst wenn die Paarbeziehung längst erschöpft ist.

Für dich im Dating kann das eine herausfordernde Situation sein. Du begegnest jemandem, der sich selbst vielleicht schon als frei erlebt, dessen Leben aber weiterhin stark in eine bestehende Struktur eingebunden ist. Entscheidungen werden vorsichtig getroffen, Veränderungen ziehen sich hin, und die neue Verbindung bekommt nicht den Raum, den sie eigentlich bräuchte.

Deshalb ist auch hier eine wichtige Frage:

Ist dieser Mensch wirklich bereit, sein Leben neu zu ordnen – oder bleibt er aus Verantwortung dort, wo er ist?

Denn so verständlich diese Entscheidung auch sein mag:
Für eine neue Beziehung bedeutet sie oft, dass du dich in einem Raum bewegst, der noch nicht wirklich frei ist.

Menschen in offenen oder halb-offenen Beziehungen

Auch diese Form begegnet im Dating zunehmend häufiger. Menschen, die sich nicht als „vergeben“ im klassischen Sinne verstehen, weil sie ihre Beziehung geöffnet haben oder in einer Vereinbarung leben, die Raum für weitere Kontakte lässt.

Sätze wie „Wir haben uns geöffnet“, „Wir haben da eine Vereinbarung“ oder „Das ist für uns okay“ klingen zunächst nach Klarheit und Transparenz. Und tatsächlich kann ein solches Modell funktionieren – vorausgesetzt, es wird bewusst, ehrlich und mit klaren Grenzen gelebt.

In der Praxis zeigt sich jedoch oft ein anderes Bild. Die Regeln sind nicht immer so eindeutig, wie sie klingen. Manchmal ist einer von beiden emotional stärker involviert als der andere, manchmal gibt es unausgesprochene Erwartungen, und nicht selten weiß die „dritte Person“ gar nicht genau, worauf sie sich wirklich einlässt.

Für dich im Dating stellt sich hier eine ganz grundlegende Frage:

Möchte ich bewusst Teil eines solchen Beziehungsmodells sein?

Denn auch wenn es offen kommuniziert wird, bleibt es eine Form von Nicht-Exklusivität. Und das bedeutet, dass Nähe, Verbindlichkeit und Priorität anders verteilt sind als in einer klassischen Zweierbeziehung.

Es geht hier weniger darum, dieses Modell zu bewerten – sondern darum, für sich selbst klar zu spüren, ob es wirklich zu den eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen von Beziehung passt.

Menschen, die formal frei sind – aber emotional gebunden

Eine der subtilsten und gleichzeitig herausforderndsten Situationen im Dating sind Begegnungen mit Menschen, die nach außen vollständig frei wirken – deren Beziehung ist beendet, vielleicht ist sogar die Scheidung längst abgeschlossen – und die dennoch innerlich noch stark gebunden sind.

Auf den ersten Blick scheint alles klar. Es gibt keine bestehende Partnerschaft mehr, keine äußeren Verpflichtungen, die im Weg stehen. Und doch zeigt sich im Kontakt oft etwas anderes. Der ehemalige Partner ist weiterhin präsent, Gespräche kreisen immer wieder um die Vergangenheit, alte Verletzungen oder ungeklärte Themen tauchen erneut auf.

Diese Form der Bindung ist weniger sichtbar als andere – aber nicht weniger wirksam. Denn auch wenn der Mensch formal frei ist, hat innerlich noch kein wirklicher Abschluss stattgefunden.

Für dich im Dating kann sich das so anfühlen, als würdest du auf jemanden treffen, der grundsätzlich offen ist – und gleichzeitig nicht ganz erreichbar. Nähe entsteht, aber sie hat Grenzen. Verbindlichkeit wird angedeutet, aber nicht wirklich gelebt.

Gerade hier lohnt sich ein genauer Blick:

Ist dieser Mensch tatsächlich bereit für etwas Neues – oder noch damit beschäftigt, das Alte innerlich zu verarbeiten?

Denn eine neue Beziehung braucht nicht nur äußere Freiheit, sondern auch einen inneren Raum, der wirklich frei geworden ist.

Menschen, die nie wirklich autonom geworden sind

Ein Aspekt, der im Dating selten offen angesprochen wird, in der Praxis aber durchaus eine Rolle spielt, sind Menschen, die nie wirklich in eine eigenständige, unabhängige Lebensführung hineingewachsen sind.

Nach außen wirken sie oft verfügbar und beziehungsbereit. Doch im näheren Kontakt zeigt sich, dass sie noch stark an ihre Herkunftsfamilie gebunden sind oder nie gelernt haben, ihr eigenes Leben wirklich selbstständig zu gestalten. Entscheidungen werden nicht klar getroffen, Verantwortung wird teilweise abgegeben, und in emotionalen Situationen entsteht schnell eine Dynamik, die eher an eine abhängige als an eine reife Partnerschaft erinnert.

Das klassische Bild – etwa der erwachsene Mann, der noch bei seiner Mutter lebt – greift hier eigentlich zu kurz. Es geht weniger um äußere Umstände als um eine innere Haltung: die Frage, ob jemand wirklich auf eigenen Beinen steht – emotional, praktisch und in seiner Selbstverantwortung.

Für dich im Dating kann sich das zunächst gar nicht so offensichtlich zeigen. Oft wird es erst spürbar, wenn es um Verbindlichkeit, Entscheidungen oder gemeinsame Perspektiven geht.

Deshalb lohnt sich auch hier ein genauer Blick:

Ist dieser Mensch in der Lage, eine eigenständige, reife Partnerschaft zu führen – oder befindet er sich innerlich noch in einer Abhängigkeit, die eine echte Begegnung auf Augenhöhe erschwert?

Was all diese Situationen gemeinsam haben

Sie zeigen:  Freiheit ist kein rechtlicher Zustand.

Ein Mensch kann verheiratet und innerlich frei sein, oder offiziell Single – und emotional völlig gebunden!

Deshalb greift die Frage „Ist er oder sie Single?“ oft viel zu kurz.

Die viel wichtigere Frage ist:

Ist dieser Mensch wirklich verfügbar – emotional, innerlich und im Leben? Hat dieser Mensch wirklich Raum für mich in seinem Leben – oder muss ich mich irgendwo dazwischen einfügen?

Und vielleicht noch wichtiger – Deine eigene Haltung!

Wenn ich mit Menschen über Dating spreche, stelle ich oft eine andere Frage.

Nicht zuerst: „Wie erkenne ich, ob jemand vergeben ist?“

Sondern: „Was wäre für dich eigentlich akzeptabel?“

Denn auch hier gibt es unterschiedliche Haltungen. Manche Menschen sagen sehr klar:

Ich gehe nur mit jemandem aus, der vollständig geschieden ist. Andere sagen:

Wenn jemand ehrlich getrennt lebt und die Scheidung läuft, ist das für mich in Ordnung.

Und wieder andere merken: Ich brauche Zeit, um überhaupt herauszufinden, wo dieser Mensch emotional steht.

Es gibt hier kein allgemeingültiges Richtig oder Falsch. Aber es lohnt sich, die eigene Haltung zu kennen.


7 Hinweise, dass jemand noch nicht wirklich frei ist

In der Praxis zeigen sich immer wieder bestimmte Muster, die darauf hindeuten können, dass jemand noch in einer Beziehung oder emotionalen Bindung steckt.
Diese Hinweise sind keine Beweise. Aber sie können ein Signal sein, genauer hinzuschauen.

Und gleichzeitig zeigen sie sich selten nur auf einer sachlichen Ebene.
Oft spürst du sie auch – leise, zwischen den Zeilen.

Nicht im Therapieraum.
Sondern in ganz normalen Begegnungen. Beim Tanzen. Im Gespräch. In Momenten, die sich eigentlich leicht anfühlen sollten.

1. Die Trennung bleibt unklar

Wenn jemand nur vage erklärt, wie die letzte Beziehung geendet hat, entsteht oft kein klares Bild. Es klingt nach Trennung – aber nicht nach einem wirklichen Abschluss.

2. Du lernst sein echtes Leben kaum kennen

Freunde, Alltag, Wohnsituation – all das bleibt schwer greifbar. Die Begegnung findet statt, aber sie wirkt wie aus dem Kontext gelöst.

3. Treffen sind zeitlich begrenzt

Spontaneität ist eingeschränkt. Es gibt feste Zeiten, in denen Kontakt möglich ist – und außerhalb davon entsteht eine spürbare Lücke.

4. Nähe entsteht – aber sie bleibt isoliert

Gespräche können intensiv und persönlich sein. Und trotzdem hast du das Gefühl, dass diese Nähe nicht in den Alltag übergeht.

5. Vieles bleibt im Verborgenen

Gespräche werden unterbrochen, Themen gemieden, Situationen wirken nicht ganz offen. Es entsteht der Eindruck, dass ein Teil des Lebens ausgeblendet wird.

6. Die Vergangenheit ist noch sehr präsent

Der frühere Partner taucht immer wieder auf – in Gedanken, Gesprächen oder Emotionen. Es wirkt, als wäre innerlich noch kein Abschluss entstanden.

7. Entscheidungen werden vertagt

Wichtige Schritte werden immer wieder hinausgeschoben. Es wird erklärt, warum gerade etwas nicht möglich ist – und gleichzeitig verändert sich nichts.

Und vielleicht der wichtigste Hinweis überhaupt:
Du spürst eine leise Unsicherheit in dir selbst.

Kein klarer Beweis.
Kein offensichtlicher Grund.
Aber ein Gefühl von Unstimmigkeit.

Die Frage:
Warum fühlt sich das nicht ganz eindeutig an?

Und genau dieses leise innere Signal ist oft erstaunlich ehrlich.

Hier beginnt oft eine andere Frage:
Warum hören wir dieses Gefühl – und folgen ihm trotzdem nicht?
In unserem Beitrag zum Thema Bauchgefühl erfährst du, warum Intuition manchmal leise wird und wie du wieder Zugang dazu findest.

Fazit

Vielleicht lässt sich all das, was du in diesem Artikel gelesen hast, auf einen einfachen Punkt reduzieren:

Beim Dating geht es nicht nur darum, ob sich etwas gut anfühlt.
Sondern darum, ob es überhaupt Raum hat, sich zu entwickeln.

Viele Verbindungen entstehen in Zwischenräumen.
Sie fühlen sich intensiv an, besonders, manchmal sogar bedeutungsvoll.
Und gleichzeitig fehlt etwas Entscheidendes: echte Verfügbarkeit.

Nicht immer ist das sofort sichtbar.
Oft zeigt es sich erst mit der Zeit – in kleinen Unklarheiten, in ausbleibenden Entscheidungen, in einem Gefühl, das sich nicht ganz stimmig anfühlt.

Deshalb ist die vielleicht wichtigste Frage nicht:
„Mag dieser Mensch mich?“

Sondern:
„Ist dieser Mensch wirklich frei – innerlich und im Leben?“

Denn eine Beziehung braucht mehr als Anziehung.
Sie braucht zwei Menschen, die bereit sind.

CREAlaVIE Hirschaid - dein Therapeutenteam zwischen Bamberg und Forchheim. Zum Thema: Dating: Woran du erkennst, dass jemand noch nicht frei ist

Vielleicht geht es beim Dating nicht nur darum, was zwischen zwei Menschen entsteht.

Sondern auch darum, was nicht da ist.

Klarheit.
Verfügbarkeit.
Ein Raum, der wirklich offen ist.

Und genau das spürt man oft früher, als man denkt.

Nicht als Gedanke.
Sondern als leises Gefühl.

Du musst es nicht erklären.
Aber du darfst lernen, ihm zu vertrauen.

Herzlichst,

Anja

Anja Sobbe-Dippold Therapeutin bei CREAlaVIE in Hirschaid, zwischen Bamberg und Forchheim
"ist jemand wirklich frei für eine Beziehung"

Wenn du dich in diesen Situationen wiedererkennst und dir Klarheit wünschst, musst du da nicht alleine durch.

Wir begleiten dich dabei, deine Dynamiken zu verstehen und Entscheidungen zu treffen, die sich wirklich stimmig anfühlen.

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Häufige Fragen zum Thema Dating und Verfügbarkeit

Woran erkenne ich, ob jemand wirklich frei für eine Beziehung ist?

Ein Mensch ist wirklich frei, wenn er nicht nur formal Single ist, sondern auch innerlich abgeschlossen hat. Das zeigt sich daran, dass er präsent ist, klare Entscheidungen trifft und dir Raum in seinem Leben geben kann – ohne Ausweichbewegungen oder Unklarheit.

Kann jemand getrennt sein und trotzdem nicht frei?

Ja. Viele Menschen erleben sich als getrennt, haben die Beziehung innerlich aber noch nicht abgeschlossen. Solange emotionale Bindung, gemeinsame Strukturen oder ungeklärte Themen bestehen, ist oft noch kein echter Raum für eine neue Beziehung da.

Warum gerate ich immer wieder an Menschen, die nicht verfügbar sind?

Oft hat das weniger mit Zufall zu tun als mit unbewussten Mustern. Manchmal fühlen sich genau die Verbindungen besonders intensiv an, die nicht vollständig verfügbar sind. Hier lohnt sich ein Blick auf das eigene Bauchgefühl und die eigenen Beziehungsdynamiken.

Ist es ein Problem, wenn jemand sagt „Es ist gerade kompliziert“?

Nicht unbedingt. Aber es ist ein Hinweis darauf, dass sich jemand möglicherweise noch in einem Übergang befindet. Entscheidend ist, ob sich über Zeit Klarheit und Bewegung zeigen – oder ob alles dauerhaft unklar bleibt.

Wie wichtig ist emotionale Verfügbarkeit beim Dating?

Sehr wichtig. Eine Beziehung kann nur entstehen, wenn beide Menschen nicht nur Interesse haben, sondern auch innerlich und im Leben Raum füreinander schaffen können. Ohne diese Verfügbarkeit bleibt Nähe oft begrenzt.

Quellen und Studien

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